Wenn dein Baby ohne Unterbrechung schreit und weint, verzweifle nicht: Wir zeigen dir, wie du es beruhigen kannst. Die folgenden 20 Tipps und Tricks wurden von verschiedenen Müttern und Vätern in der Praxis erprobt und haben sich als erfolgreich erwiesen.

Wir wünschen dir viel Erfolg damit und eine ruhige Nacht!

Inhalt

  • Wie kann ich mein Baby beruhigen?

  • Elementare Bedürfnisse stillen

  • Stimme, Musik & Geräusche effektiv einsetzen

  • Verwöhnen und Ablenken

  • Umgebung anpassen

  • Unterstützung suchen

  • Baby beruhigen durch einen wundersamen Griff?

  • Frühzeitige Maßnahmen – damit dein Kind gar nicht erst schreit

  • No-Gos: Das solltest du vermeiden

  • Wie kann ich mein Baby beruhigen?

    Zunächst einmal: Du bist nicht allein. Viele Eltern kennen das Problem – ihr Baby lässt sich einfach nicht beruhigen. Es schreit abends plötzlich hysterisch los und raubt Mama und Papa den Schlaf. Andere Kinder haben ihre Wein- und Schreianfälle auch am helllichten Tag.

    Bist du bereits an dem Punkt, dass dich das Schreien extrem belastet, empfehlen wir dir: Lege dein Baby kurz in seinem Bettchen bzw. auf seiner Wippe ab oder übergebe es deinem Partner. Verlasse den Raum für einen Moment und atme tief durch. Bist du dann entspannter, kannst du zurückkommen und ein oder zwei Beruhigungs-Tipps ausprobieren.

    Dabei soll dich unsere Liste unterstützen – mit 20 wirksamen Tricks, um ein schreiendes Baby zu beruhigen.

      Elementare Bedürfnisse stillen

      Manchmal quengelt dein Kind aus ganz „banalen“ Gründen, die du in der Stresssituation vielleicht gar nicht auf dem Schirm hast.

      Elementare Bedürfnisse des Babys erfüllen
    1. Kuscheln und Schmusen
      Dein Kind ist „neu“ auf der Welt und muss sich erstmal zurechtfinden. Gerade in den ersten drei Lebensmonaten hat es daher ein besonders starkes Bedürfnis nach Liebe und Zuneigung. Wahrscheinlich wird dein Baby schon dadurch ruhiger, wenn es deine Nähe spürt. Beim Kuscheln kann es dich riechen, hören, deine Wärme spüren … das Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit sorgt häufig für einen Beruhigungseffekt.
    2. Windel wechseln
      So manches Kind möchte sofort gewickelt werden, wenn seine Windel voll ist. Manchmal sitzt die Windel auch zu eng oder zwickt. Wenn du die Windel anschaust, bemerkst du eventuell auch Rötungen am Po – dann hilft Zinksalbe.
    3. Stillen / Flasche geben
      Das Entdecken der Welt ist für dein Baby ganz schön anstrengend und macht hungrig. Manchmal möchte es durch sein Schreien mitteilen, dass mal wieder eine Portion Muttermilch fällig wäre. Bei Wachstumsschüben quengeln Kinder besonders stark und häufig nach Nahrung.
    4. Passende Klamotten wählen
      Dein Baby schreit womöglich deshalb, weil es entweder zu warm oder zu leicht angezogen ist. Wenn die Kleidung zu warm ist, merkst du das am einfachsten, wenn du Schweiß an seinem Nacken fühlst. Dann heißt es Klamotten ausziehen. Ist der Nacken dagegen kalt, empfiehlt sich das Aufstocken um eine weitere Kleidungsschicht.

    5. Stimme, Musik & Geräusche effektiv einsetzen

      Dein Kind hört dich und seine Umgebung. Mache dir das zu Nutze, um es zu beruhigen.

      Baby mit Musik und Stimme beruhigen
    6. Musik abspielen
      Babys lieben Musik! Ideal sind bspw. CDs mit Einschlafliedern. Alternativ kannst du deinem Kind auch selber etwas vorsingen. Egal wie talentiert du bist – dein Baby hört deine Stimme gerne.
    7. Ruhiges Sprechen
      Apropos deine Stimme: Wenn Singen überhaupt nicht dein Ding ist, kannst du auch ganz normal mit deinem Kind reden. Wenn du seine Aufmerksamkeit durch deine ruhigen Worte gewinnst, wird es schnell ruhiger. Was du deinem Baby dabei erzählst, dürfte ihm herzlich egal sein.
    8. „Shhhh“ summen
      Während du dein Baby auf dem Arm schaukelst, sagst du mit ruhiger Stimme „Shhhh“. Viele Kinder beruhigen sich wie magisch durch dieses spezielle Summen.
    9. Hintergrundgeräusche anmachen
      Sei es das Dröhnen eines Föns, das Rotationsgeräusch einer Waschmaschine oder der Zeigerschlag einer Wanduhr: Monotone Geräusche im Hintergrund können dabei helfen, dass dein Kind zur Ruhe kommt. Denn während der Zeit im Bauch haben sich Babys an eine permanente Geräuschkulisse durch Verdauung und Herzschlag gewöhnt.
    10. Reize reduzieren
      Manchmal kann es aber auch zu viel des Guten sein: Zu laute Geräusche durch den Fernseher oder aufgeregte Musik aus dem Radio können dein Baby beunruhigen. Wenn du merkst, dass die Atmosphäre gerade hektisch ist, solltest du dein Kind hiervor schützen und einen ruhigeren Ort aufsuchen. Nicht nur Geräusche können dein Baby stören, es kann bspw. auch zu grelles Licht oder die Kälte im Raum sein.

    11. Verwöhnen und Ablenken

      Diese Tipps sorgen für Entspannung und Ablenkung, sodass dein Baby vom Stress abschalten kann und runter kommt.

      Den Säugling verwöhnen
    12. Eine Massage testen
      Wir schreiben bewusst „testen“. Manche Babys entspannen sich total, wenn sie mit etwas Babyöl oder einer geeigneten Creme sanft auf dem Rücken, Bauch oder an den Beinen gestreichelt werden. Andere Kinder reagieren dagegen noch aufgeregter als davor.
    13. Bad einlassen
      Auch beim Baden gilt: Auf manche Kinder wirkt es beruhigend, andere regt es eher auf. Also einfach mal ausprobieren. Beim Badewasser darauf achten, dass es warm, aber nicht zu heiß ist.
    14. Routine durchbrechen
      Ist dein Baby schon älter, lässt es sich womöglich ablenken, indem du bspw. Grimassen schneidest oder wie eine Katze miaust. Vielleicht vergisst es dadurch sogar, worüber es sich eben noch aufgeregt haben.
    15. In den Kinderwagen legen
      Manche Babys entspannen sich, wenn man sie in den Kinderwagen legt und spazieren fährt. Das rappeln über Stock und Stein und die Geräusche in der Natur können beruhigen wirken. Einige Kinder bevorzugen es, im Tragetuch durch die Gegend getragen zu werden.
    16. Schnuller geben
      Manche Babys beruhigen sich, wenn sie etwas zum Nuckeln kriegen. Durch das Saugen an einem sauberen Finger oder einem Schnuller können sie sich entspannen. Du musst dir allerdings bewusst sein: Gewöhnst du deinem Kind einen Schnuller an, musst du ihm diesen eines Tages wieder abgewöhnen.
    17. Wickeltechnik: Pucken
      Schonmal vom Pucken gehört? Es handelt sich um eine Wickeltechnik, bei der du dein Baby in Tücher bzw. in ein spezielles Pucktuch einbindest. Seine Arme und Beine kann es dadurch nur begrenzt bewegen. Zahlreiche Fachleute attestieren dem Pucken eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung. Bevor du jedoch los wickelst: Die richtige Technik dafür solltest du dir am besten von einer Hebamme erklären lassen.

    18. Umgebung anpassen

      Was um dein Baby herum passiert, kann schnell zu viel werden. So findest du das richtige Maß bzw. einen Ausgleich zum Trubel:

      Ruhige Umgebung schaffen
    19. Außenwelt optimal gestalten
      Bedenke: Dein Kleines ist nun seit ein paar Tagen, Wochen oder Monaten auf der Welt. Davor war es in Mamas Bauch. Da war es warm und Mamis Herzschlag war den ganzen Tag über zu hören. Jetzt ist alles anders. Sorge also dafür, dass du die Umgebung so bequem wie möglich für dein Kind gestaltest.
    20. Raum wechseln
      Ein Umgebungswechsel wirkt ebenfalls manchmal Wunder. Oft reicht es schon, wenn du mit deinem Baby in ein anderes Zimmer gehst.
    21. Rückzugsort aufsuchen
      War heute ein anstrengender Tag mit vielen Besuchern und Trubel? Manche Kinder sind danach so erschöpft, dass sie wunderbar einschlafen. Andere sind dagegen total überdreht und können aufgrund der Aufregung und zahlreichen neuen Eindrücke keine Ruhe finden. Dann heißt es: Rückzug. Zieh dich mit deinem Baby zurück an einen ruhigen Ort. Wahrscheinlich wird es sich dort ausweinen und irgendwann von alleine einschlafen.

    22. Unterstützung suchen

      Es kann passieren, dass du aufgrund anhaltender Schreianfälle deines Kinds überfordert bist. Zeit, dass du dir Hilfe suchst:

      Wenn das Baby zu viel schreit zum Arzt gehen
    23. Bezugspersonen durchwechseln
      Wenn die Mama das Baby nicht ruhig kriegt, ist der Papa dran. Oder eben umgekehrt. Und wenn keiner von beiden Hauptbezugspersonen es schafft, dürfen es auch Verwandte und Freunde probieren. Letztere können auf jeden Fall unterstützen – und wenn es nur dahingehend ist, dass sie dein Kind „mal kurz halten“ damit du verschnaufen und Kräfte für einen weiteren Versuch sammeln kannst.
    24. Arzt aufsuchen
      Wenn sich dein Kind einfach nicht beruhigen mag, kannst du auch einen Arzt aufsuchen. Womöglich sind Schmerzen oder eine Krankheit die Ursache für seine Schreie. In manchen Fällen stellt der Experte eine Regulationsstörung fest. In folgenden Fällen solltest du auf jeden Fall einen Kinderarzt aufsuchen:
      • Du hast nach den ersten Lebenswochen das Gefühl, dass du die Gründe für das Weinen deines Babys nicht deuten kannst
      • Das Schreien kommt dir extrem laut und evtl. anders als sonst vor
      • Dein Kind schreit auch nach dem dritten Lebensmonat vermehrt

    Kann dir der Arzt auch nicht weiterhelfen und dein Baby bleibt weiterhin unruhig, kann es passieren, dass du an deine Grenzen stößt. In diesem Erschöpfungszustand besteht die Möglichkeit, eine Schreiambulanz aufzusuchen.

    Natürlich ist jedes Kind anders und entsprechend unterschiedlich effektiv wirken die Tipps bei jedem Baby. Das eine Baby lässt sich nur durch die Brust beruhigen, ein anderes kann sich am besten bei einem warmen Bad entspannen.

    Ob ein Trick bei deinem Kind gut funktioniert, ist vor allem abhängig von der Ursache für seine Unruhe. Du musst also selbst testen, was bei deinem Kind besonders gut hilft. Dabei solltest du jedoch nicht zu viele Arten des Tröstens hintereinander ausprobieren. Denn dein Baby muss sonst zu viele unterschiedliche Reize verarbeiten und könnte dadurch noch unruhiger werden. Das Motto „Weniger ist mehr“ gilt daher auch beim Trösten.

    Baby beruhigen durch einen wundersamen Griff?

    Im Internet kursieren Anleitungen und Videos mit angeblich super effektiven Griffen, die ein schreiendes Baby beschwichtigen können. Bekannt wurde vor allem die Technik „The Hold“ von Kinderarzt Robert Hamilton.

    Über 35 Millionen Klicks generierte sein Video auf YouTube, in dem er seinen Griff vorstellt. Folgt man diesem Video, lässt sich ein Baby in vier Schritten beruhigen:

    • Man hebt das Kind hoch, dreht es in Bauchlage und legt ihm seine Arme über seine Brust.
    • Mit der linken Hand fixiert man seine Arme.
    • Mit der rechten Hand hält man das Baby unter dem Po.
    • Nun bringt man es in einen 45 Grad-Winkel und wiegt es sanft auf und ab.

    Und hier kannst du das Video selbst sehen:

    Ob dieser „magische“ Griff auch bei deinem Baby Wirkung zeigt, musst du selbst ausprobieren. Wichtig scheint vor allem zu sein, dass du eine gewisse Selbstsicherheit ausstrahlst, wenn du dein Kind auf diese Weise greifst. Im Video sieht es nämlich ganz danach aus, als ob die Babys sich in den Armen des Arztes einfach sicher fühlen.

    Für Dr. Hamilton als erfahrenen Kinderarzt ist ein sicherer Griff mit ruhigen Händen sicher kein Problem. Gestressten, unsicheren Eltern kann dagegen eher ein „Fehlgriff“ unterlaufen.

    Frühzeitige Maßnahmen – damit dein Kind gar nicht erst schreit

    Bei Blähungen, Bauchschmerzen, Hunger, Müdigkeit etc. ist es total normal, dass dein Baby schreit und getröstet werden möchte. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die du tun kannst, damit so mancher hysterische Schreianfall vielleicht ausbleibt. Hier ein zwei Vorschläge:

    • Vor der Geburt
      Besuche einen Kurs zum Thema Kindergesundheit während der Schwangerschaft. Dort kannst du dich auch mit anderen Müttern und Hebammen austauschen, die Erfahrung mit Schreibabys haben. Je früher du dich damit beschäftigst, desto sicherer wirst du damit umgehen können, wenn dein Baby einmal unruhig wird.
    • Nach der Geburt
      Du solltest einen festen Tagesrhythmus etablieren. Das sorgt dafür, dass sich dein Baby zurechtfindet und ausgeglichener wird. Es bekommt so auch leichter seinen Wach-Schlaf-Rhythmus. Das Einführen von Ritualen im Alltag ist ebenfalls sinnvoll, bspw. jeden Abend vor dem Schlafen gehen ein Gute-Nacht-Lied vorsingen.

    No-Gos: Das solltest du vermeiden

    Klar: Es ist nicht einfach, ein exzessiv schreiendes Baby zu beruhigen. Dennoch musst du als Elternteil einen kühlen Kopf bewahren und solltest folgende No-Gos auf jeden Fall berücksichtigen:

    • Dein Baby niemals schütteln
      Sowohl der Hals als auch der Kopf deines Säuglings sind sehr verletzlich. Durch Schütteln können schwere Verletzungen entstehen – sogar mit Todesfolge.
    • Nicht schreien
      Auch wenn die Nerven blank liegen: Schreien sorgt nur für noch mehr Hektik und Stress, der sich auf dein Kind überträgt.
    • Mache dir keine Vorwürfe
      Babys artikulieren sich durch Schreien. Wenn du es alleine nicht mehr aushältst, hole dir Hilfe. Das ist kein Versagen deinerseits, sondern eine Entscheidung zum Wohle deines Kinds.
    • Versuche nicht, dein Baby durch Medikamente zu beruhigen
      Es gibt keine Medikamente, die nachweislich zur Beruhigung von Säuglingen beitragen. Stattdessen kursieren Erfahrungsberichte, dass die beworbenen Mittel häufig schlimme Nebenwirkungen haben. Weitere Infos zum Thema Beruhigungsmittel für Babys
    • Lasse dein Baby nicht einfach schreien
      Ganz nach der Hoffnung: Irgendwann kann es nicht mehr und wird „aufgeben“. Dein Kind möchte dir mit seinem Geschrei jedoch etwas mitteilen – das solltest du ernst nehmen und nicht ignorieren. Weitere Infos zum Thema Baby schreien lassen

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    Wir möchten darauf hinweisen: Alle auf dieser Seite gelisteten Tipps ersetzen keinen Arztbesuch oder Gespräche mit Fachleuten.