Beruhigungsmittel für Babys – Vorsicht!

Das Geschrei deines Babys beschert dir schlaflose Nächte und du überlegst dir, das Problem durch Beruhigungsmittel in den Griff zu bekommen?

Die Mittel sollen dabei helfen, dass dein Kleines schneller und ruhiger einschläft?

Um es gleich vorweg zu sagen:

Nein! Schlafmittel / Beruhigungsmittel für dein Baby sind nicht zu empfehlen.

Wir erklären, warum und was stattdessen hilft.

Welche Schlafmittel gibt es?

Im Internet kursieren sowohl Empfehlungen zu verschreibungspflichtigen als auch frei erhältlichen Beruhigungsmitteln für Babys und Kinder.

Ein häufiger Wirkstoff von frei verkäuflichen Schlaf-Medikamenten ist Dimenhydrinat. Stärkere Stoffe wie Meclozin und Scopolamin bekommt man nur auf Rezept.

Die Medikamente werden bspw. als Zäpfchen, Schlaftropfen, Pflaster oder Tabletten angeboten.

Achtung! Nebenwirkungen für dein Kind

Von all diesen Mitteln raten diverse Kinderärzte ausdrücklich ab. Der Hauptgrund ist, dass sie extrem schädliche Nebenwirkungen für dein Baby haben können – u. a.:

  • Entwicklungsstörungen
  • Gestörter Schlafrhythmus
  • Nierenschäden
  • Leberschäden
  • Atemstörungen

Bereits eine leichte Überdosierung kann im schlimmsten Fall zum Tod des Säuglings führen.

Für ein paar ruhigere Nächte sollte man solche möglichen Folgeschäden schlichtweg nicht in Kauf nehmen!

Alternative Baby-Beruhigungsmittel

Manche Eltern empfehlen statt Medikamenten „natürliche“ Hilfsmittel. Einige schwören auf Ingwer, andere auf Orangen- und Bachblüten. Bislang ist uns allerdings kein Arzt bekannt, der den angeblich beruhigenden Wirkungseffekt dieser Hausmittel auf Babys bestätigt hat.

Wieder andere setzen auf homöopathische Beruhigungsmittel für Säuglinge. Doch auch hier gilt: Je weniger von alledem, desto besser. Denn Medikamente bleiben Medikamente, auch wenn sie homöopathisch sind. Und Medikamente gibt man eigentlich kranken Menschen. Ist dein Kind ernsthaft „krank“, weil es noch nicht seinen Schlafrhythmus gefunden hat? Wohl kaum.

Doch was kann denn nun bedenkenlos angewendet werden, damit dein Kind besser schläft?

Richtiger Schlafrhythmus – für Kind und Eltern

Die Antwort auf das (Ein)Schlaf-„Problem“ ist in den meisten Fällen einfacher als gedacht: Es geht darum, den individuellen Schlafrhythmus deines Säuglings zu akzeptieren.

Der kleine Körper holt sich den Schlaf den er braucht – aber eben nicht immer nachts, so wie wir Erwachsenen es uns wünschen würden. Babys schlafen dafür mal ein paar Minuten länger nachmittags oder zwischendurch im Kinderwagen und holen sich so ganz individuell ihre Erholung.

Aber nicht nur auf den Schlafrhythmus der Säuglinge kommt es an, sondern auch auf den der Eltern. Denn wie kommen Mama und Papa überhaupt auf die Idee, das eigene Kind per Beruhigungsmittel dann zum Einschlafen zu bringen, wann sie es möchten? Woher rührt die Vorstellung, dass das Baby mit Hilfe von Schlafmitteln „durchschlafen“ sollte?

Diese Gedanken gehen auf die Wünsche der Eltern selbst zurück! Sie sind es, die mehr bzw. besser schlafen möchten. Denn ihr eigener Schlafmangel resultiert aus dem individuellen Schlafrhythmus ihres Kindes.

Doch ihren eigenen Schlaf bekommen die Eltern nicht dadurch in Griff, indem sie ihr Kind mit risikoreichen Mitteln versorgen, die mitunter tödliche Nebenwirkungen haben können! Die Lösung liegt vielmehr darin, sich als Eltern Hilfe zu holen und Auszeiten zu gönnen. Wie wäre es bspw. damit, dass Verwandte und Familienmitglieder ein oder zweimal in der Woche mitanpacken und sich um das Kleine kümmern, während Mama und Papa ausschlafen?

In den meisten Fällen können die Bekannten diese Belastung nachvollziehen und passen gerne für ein paar Stunden oder sogar mal eine Nacht auf das Baby auf.