Baby schreien lassen oder nicht?

Wenn der Säugling weint, fragen sich viele Eltern: Soll ich mein Baby schreien lassen? Oder doch lieber direkt trösten? Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen.

Wir zeigen die verschiedenen Standpunkte und erklären, wie du am besten mit der Situation umgehst.

Baby schreien lassen – ja oder nein

Ob von Bekannten oder im Internet-Forum: Immer wieder stößt man auf Ratschläge, denen zufolge man das Kind am besten schreien lässt.

Es kursieren die verschiedensten Begründungen, warum das gut sei. Zum Beispiel: Wenn man sein Baby weinen lässt, würden dessen Lungen gestärkt. Oder: das Kind werde dadurch schneller selbstständig.

Stimmt das?

Viele Befürworter des Prinzips „Kleinkind schreien lassen“ berufen sich auf den amerikanischen Kinderarzt Richard Ferber.

Die sogenannte Ferber-Methode verfolgt den Ansatz, das Baby im müden Zustand nach einem Einschlafritual allein zu lassen. Schreit es, kehrt man kurz zurück, beruhigt es durch Zureden, und verlässt wieder das Zimmer. Weint das Baby daraufhin weiter, lässt man es erneut für ein paar Minuten allein und kehrt erst dann für einen kurzen Moment zurück.

Die Ferber-Methode zielt darauf ab, das Baby begleitet schreien zu lassen. Dadurch gewöhne man das Kind daran, alleine einzuschlafen.

Doch die Ferber-Methode und andere Ansichten, das Baby schreien zu lassen, werden von zahlreichen Wissenschaftlern und Forschern stark kritisiert.

Sie argumentieren besonders aus dem Bereich der Psychologie und Bindungsforschung: Durch das Schreien lassen würden die Kinder in eine aussichtslose Lage versetzt und verfallen in eine Art Starre. Da sie keine Hilfe bekommen, verstummen sie.

Das Baby lernt also nicht zu schlafen. Es lernt vielmehr, nicht auf sich aufmerksam zu machen und seine Bedürfnisse zu unterdrücken.

Und das könnte fatale Folgen haben. Nicht getröstet zu werden, könne den Experten zufolge zu einem Trauma führen und die Eltern-Kind-Bindung massiv schädigen.

Halten wir fest: Das Baby schreien zu lassen, ist umstritten. Man findet Studien, die sowohl die Befürworter als auch die Gegner stützen.

Unser Tipp: Schrittweise beruhigen

Vielen Eltern ist der Schritt zu radikal, ihr Kind einfach weinen zu lassen. Dennoch möchten sie nicht bei jedem Mal Schreien sofort zum Trösten antanzen. Sie sorgen sich, ihren Säugling „zu sehr zu verwöhnen“.

Hierzu müssen wir sagen: Man kann ein Baby nicht zu sehr verwöhnen! Wenn der Säugling schreit, sollten die Eltern da sein und ihm ihre Aufmerksamkeit schenken.

Trotzdem müssen Babys nicht sofort getätschelt werden. Schreiende Säuglinge können auch schrittweise beruhigt werden:

  1. Zunächst sollte man sich seinem Baby zeigen.
  2. Beruhigt es sich daraufhin nicht, spricht man in ruhigem Ton mit ihm.
  3. Schreit es weiter, kann man es durch Auflegen einer Hand auf seinem Bauch beruhigen.
  4. Hilft auch das nicht, nimmt man das Kind am besten auf den Arm und wiegt es sanft.

Den vierten Schritt kann man durch Schnuller geben, Stillen oder ähnliche bewährte Methoden erweitern.

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