Baby pucken mit Tuch

Beim Pucken wickelst du dein Baby in ein Tuch und verhilfst ihm damit zu besserem Schlaf.

Die Methode ist nicht unumstritten und birgt laut Experten auch Risiken. Welche das sind und wie du dein Baby richtig pucken kannst, erfährst du hier.

Einschlafprobleme

So manches Baby tut sich schwer mit dem Einschlafen, wenn es seine Arme und Beine frei bewegen kann. Es welzt, schlägt oder zappelt unkontrolliert im Bett herum. Das Kind ist damit aktiv und unruhig, was zum Einschlafen nicht gerade hilfreich ist.

Die Lösung? Das Baby pucken.

Was ist Pucken?

Beim Pucken wird der Säugling in ein Tuch eingewickelt, sodass er seine Arme nicht mehr ungehindert bewegen kann.

Die Methode vermittelt dem Kind das Gefühl von Begrenzung, das es noch aus dem Mutterleib kennt: Es spürt eine Umhüllung, kann sich darin aber zu einem gewissen Grad bewegen.

Angewandt wird die Technk bei Neugeborenen bis zu einem Alter von ca. drei Monaten. Spätestens wenn das Baby sich selbstständig von der Rücken- in die Bauchlage drehen kann, sollte man mit dem Pucken aufhören, da sonst bspw. in der Bauchlage die Atemwege beeinträchtigt werden können.

Pucken mit Tuch – Anleitung

Und so geht`s:

  1. Lege das Tuch auf den Boden und breite es in Rautenform aus.
  2. Falte das obere Ende der Decke nach unten. Auf diese Falte legst du dein Baby mit dem Nacken ab.
  3. Die Arme deines Kindes legst du parallel am Körper an.
  4. Die aus deiner Sicht linke Seite des Tuchs legst du quer über den Körper deines Babys und steckst sie auf dessen rechter Körperseite unter seinem Rücken fest.
  5. Ziehe jetzt die untere Spitze des Tuchs nach oben und mache sie fest.
  6. Lege die aus deiner Sicht rechte Seite des Tuchs über dein Baby und stecke sie unter seiner linken Körperseite fest.

Achte in jedem Fall darauf, dass du die Decke weder zu fest noch zu locker zuziehst.

Vorteile und Nachteile

Der große Vorteil beim Pucken ist, dass viele Babys dadurch einen ruhigeren Schlaf erleben. Eingehüllt in das Tuch, bekommen sie ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit.

Auch bei Schreibabys hat die Methode häufig Erfolg: die Kinder beruhigen sich schneller und die Phasen des Schreiens fallen kürzer aus.

Gepuckte Babys bleiben zudem eher in der Rückenlage liegen. Viele Experten sehen diese als die gesündere Variante zur Bauchlage an.

Es gibt aber auch Kritik am Pucken. Kinderärzte warnen vor dem Risiko einer Hüftdysplasie beim Säugling. Es kann zudem zur Beeinträchtigung der Atmung und zum Abklemmen von Nerven kommen.

Zu langes Liegen in der Rückenlage kann den Hinterkopf von Babys abplatten. Auch das Risiko eines Hitzschlags besteht, bspw. an warmen Sommertagen.

Zum Thema plötzlichen Kindstod gibt es zwei verbreitete Aussagen zum Pucken: Durch das Pucken in Rückenlage verringert sich das Risiko eines plötzlichen Säuglingstods, in der Bauchlage erhöht es sich dagegen.

Wenn du dir nun unsicher bist, ob du die Methode anwenden möchtest, sprich am besten mit deiner Hebamme oder deinem Kinderarzt. Diese können dir ggf. auch zeigen, wie du dein Kind richtig puckst und ob aus gesundheitlicher Sicht nichts dagegen spricht.

Außerdem: Nicht jedes Baby mag gepuckt werden. Ob die Wickeltechnik das Richtige für dein Kind ist, musst du ausprobieren.

Pucksack oder Pucktuch?

Als Tuch zum Pucken eignen sich bspw. ein Mulltuch oder eine kuschelige Decke. Es gibt aber auch spezielle Pucksäcke. Diese Einschlagtücher mit Klettverschluss liegen besonders eng am Körper und erleichtern vielen Eltern das Pucken.

Ein guter Pucksack zeichnet sich dadurch aus, dass er am Oberkörper enger anliegt als am Unterkörper. Denn gerade an den Beinen sollte das Kind noch Bewegungsfreiheit haben.

Wichtig bei der Wahl eines Pucksacks ist außerdem die Jahreszeit, in der das Baby gepuckt werden soll. Für den Sommer empfehlen wir ein Modell aus 100 % Baumwolle. Im Winter sei ein Pucksack aus Polyester empfohlen. Dieser ist kuschelig warm wie eine Fleece-Decke und damit ideal für die kalten Monate.

Fazit

Pucken, ja oder nein? Wir meinen: Es kommt auf die richtige Technik an. Die obige Anleitung dient als Orientierungshilfe. Es sei aber empfohlen, sich Tipps von einer Hebamme, einem Arzt oder anderen Experten einzuholen, bevor man mit dem Pucken loslegt.

Wichtig ist auch, zu verstehen, dass nicht jedes Kind Pucken mag. Hat das Baby Schmerzen oder ist krank, sollte man die Technik niemals anwenden. Hat es bspw. Fieber, so wird ihm im Tuch oder Pucksack viel zu warm.

Entscheidet man sich für das Pucken, empfiehlt sich der Kauf eines geeigneten Pucktuchs.

Bilderquelle: Adobe Stock